Keine Möglichkeit zuhause zu laden

  • Ich denke es wird früher oder später auf zwei Varianten des Ladens hinauslaufen: Die einen, die das an Ladesäulen machen müssen und die anderen, die daheim in der Garage bzw an einer Steckdose laden können. Letzteres bleibt nach wie vor eine Luxuslösung. Ich frage mich allerdings, wie es Leute wie ich umsetzen sollen, die keine Garage bzw. Steckdose am Haus haben. Kabel von der Wohnung auf den 20 Meter entfernten Parkplatz verlegen macht ja keinen Sinn.


    Ich müsste jedes mal mit knappem Akku erst noch an der Ladesäule warten, solang die Ladegeschwindigkeiten noch nicht innerhalb von 5 Minuten mein Auto auf 100% bringen. Mir fehlen hier noch irgendwie realistische Umsetzungsstrategien.


    Wie seht ihr das?

  • Also das Problem mit dem Laden wird natürlich immer und von jedem in Frage gestellt. Das kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Wenn man in diesem Elektro-Umfeld noch nicht so tief drin ist, dann fehlt da einfach die Erfahrung.


    Jetzt erst mal ganz allgemein gesprochen leben ja 50% der Deutschen haben Wohneigentum (Haus oder Eigentumswohnung). Viele davon haben auch eine Garage in der ihr Auto steht. Selbst wenn in dieser Garage nur eine Schuko Steckdose ist, reicht dies im Allgemeinen aus um das Auto über Nacht sehr bequem aufzuladen. Da braucht man kein teures Ladegerät und kann einfach loslegen.
    Bei einer in Deutschland durchschnittlichen täglichen Fahrstrecke von unter 40km kann man gar nicht so viel fahren wie man in der Nacht nachladen kann ;)


    Man sollte sich aber in erster Linie von dem Gedanken "ich muss mein Auto in 5 Minuten aufladen" frei machen. Denn bei Elektroautos sollte man es einfach so machen, dass man das Fahrzeug im Alltag quasi nebenher auflädt. Das geht bei vielen Einkaufszentren sogar kostenlos (wo gibts eigentlich kostenloses Benzin?) und immer mehr Arbeitgeber installieren auch schon Lademöglichkeiten für ihre Mitarbeiter auf dem Betriebsgelände. Dann kann das Auto aufladen während man bei der Arbeit ist. In der Regel sind das ja 8 Stunden am Tag - also völlig ausreichend.


    In deinem ganz speziellen Fall würde ich mich jetzt erst mal umschauen wo in deinem Umfeld Ladesäulen vorhanden sind und wie schnell man dort laden kann. Wenn es beispielsweise bei Einkaufzentren (Kaufland, Aldi, Lidl, ...) schon Schnellader mit über 50kw gibt, dann wirst du kein Problem haben, auch wenn du nicht zuhause laden kannst.

    Vielleicht gibt es ja sogar irgendwo einen Schnellader mit 150 oder mehr kw, dann kannst du davon ausgehen, dass du sehr viele Autos dort auch innerhalb von grob 20 Minuten auf 80% aufladen kannst. Das wäre allerdings gar nicht meine erste Wahl. Ich würde wie gesagt, nach Möglichkeiten suchen, das Auto im Alltag quasi nebenbei aufladen zu können.


    Falls der Arbeitgeber dies noch nicht anbietet, kann man mit ihm ja auch mal darüber sprechen. Vielleicht richtet er ja eine Lademöglichkeit ein. Dafür gibt es ja auch Förderungsmöglichkeiten.


    Halte uns in jedem Fall auf dem Laufenden wie es bei Dir weiter geht :)

  • Das sehe ich auch als das größte Problem der Elektromobilität: Alle, die nicht zuhause oder zumindest am Arbeitsplatz laden können haben erstmal ein Problem und sind quasi von der Elektromobilität ausgeschlossen. Denn zuhause zu laden wird für mich das wichtigste laden überhaupt werden, andere Ladesäulen in der Umgebung brauche ich wahrscheinlich erstmal gar nicht. Aber ich wohne natürlich auch extrem privilegiert:

    Reihenhaus mit Carport davor und Photovoltaik auf beidem.

    Wenn mein ID.3 wirklich 400 km weit fährt, lade ich nur zuhause und decke damit 95% meiner Fahrten ab.

    „The future runs on batteries.“ (Elon Musk)

  • Denn zuhause zu laden wird für mich das wichtigste laden überhaupt werden, andere Ladesäulen in der Umgebung brauche ich wahrscheinlich erstmal gar nicht.

    Sehe ich ähnlich, ohne die Möglichkeit wirklich flächendeckend zuhause oder an Parkplätzen am Haus aufzuladen, wird das mit der Elektromobilität nichts werden. Außer die Ladesäulen werden mal nur noch 5 Minuten brauchen.


    E-Auto zu fahren ist meiner Meinung nach ein Privileg für alle Leute mit Garage oder eigenem Stellplatz in Steckdosennähe.

    ~ Auch Umwege erweitern unseren Horizont.

  • Für flächendeckende E-Mobilität muss es auch flächendeckende Lademöglichkeiten geben. Damit meine ich auch in Städten, Dörfern und an Häusern.

    Wie das umgesetzt werden soll, weiß ich allerdings auch noch nicht. Vielleicht bleibt die Lädesäule, so wie wir sie kennen, ja auch nur ein vorübergehendes Erscheinungsbild.