Hallo,
hier nun das versprochene Feedback:
Zur Vorbereitung hatte ich ein (kostenloses) We-Charge-Abo abgeschlossen und die Ladekarte bestellt. Eine weitere Ladekarte hatte ich von Vattenfall, unserem heimischen Stromversorger, besorgt. Und ein kostenloses Abo mit OKQ8 abgeschlossen. Das ist eine schwedische Tankstellenkette, die aber inzwischen an fast allen ihren Standorten auch relativ preisgünstige Schnelllader anbietet.
Nachdem ich bei der Routenplanung festgestellt hatte, dass entlang der deutschen Strecke sehr viele Ladestationen von EnBW betrieben werden, hatte ich bei denen auch noch ein (zunächst kostenloses) Abo abgeschlossen und das dann kurz vor Abreise auf den Ladetarif L umgestellt. Auch von EnBW hatte ich als Backup eine Ladekarte bestellt - in der Funklochrepublik Deutschland weiß man ja nie, ob die App funktioniert - aber die kam nie an. (Erst nach der Rückkehr wurde mir auf Anfrage mitgeteilt, dass EnBW keine Ladekarten ins Ausland verschickt.) Ich hatte mir auch noch die App eines regionalen Anbieters an unserem Reiseziel aufs Handy geladen.
Für die Routenführung haben wir uns durchgehend auf das VW-Navi verlassen. Dieses kannte sogar die meisten Baustellen entlang der Strecke. Zwecks Ladeplanung haben wir dann in der Nähe der vorgeschlagenen Ladestopps nach Anbietern nach unserem Geschmack gesucht. Das waren in Deutschland natürlich hauptsächlich EnBW-Stationen. Und ich weiß nicht, ob es Zufall war oder ob das System tatsächlich lernfähig ist, aber während der Rückreise hat es uns immer häufiger gleich EnBW-Lader vorgeschlagen.
Die Bezahlung an den EnBW-Ladern per App hat einwandfrei funktioniert, eine Karte hatten wir ja nicht. Auch Plug&Charge hat bei Ionity und Mer funktioniert. Unsere Stromkosten auf dieser Reise lagen um rund 30% unter den Spritkosten von 2024 mit dem Verbrenner auf der gleichen Strecke.
Bis auf einmal, als meine Blase weniger Durchhaltevermögen aufwies als die Batterie, ist es uns immer gelungen, die Ladezeiten sinnvoll zu nutzen, z.B. für Essen, Besichtigungen oder Einkäufen. Unsere Gesamt-Fahrzeit einschließlich Pausen war nahezu identisch mit der, die wir vor zwei Jahren mit dem Verbrenner hatten. Und das, obwohl wir diesmal mehr Staus hatten.
Zum Verbrauch:
- Unser Toyota Prius hat 2024 auf dem schwedischen Teil im Durchschnitt etwa 5,2 l/100km verbraucht, auf dem deutschen Abschnitt etwa 5,7 l/100km (laut Spritmonitor).
- Unser VW ID.7 hat 2026 auf dem schwedischen Abschnitt etwa 15,0 kWh/100km verbraucht, in Deutschland 17,7 kWh/100km (laut Tronity).
Obwohl wir zum Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland unterwegs waren, hat die Klimaanlage (Wärmepumpe) stets einwandfrei funktioniert. Und wir haben es sehr genossen, dass man dieses Auto ferngesteuert per App vorkühlen oder während Pausen gekühlt halten kann.
Einmal hat das RDKS einen Druckverlust in einem Reifen gemeldet. Da wir in dem Moment gerade an einer Tankstelle waren, bin ich da sofort raus und habe den Druck kontrolliert, aber es war alles in Ordnung. Danach habe ich das RDKS neu kalibriert.
Mein Fazit:
So lange ein E-Auto erstens schnellladefähig ist und zweitens die Batterie bei normaler Autobahnfahrt länger durchhält als die Blasen der Insassen, ist es uneingeschränkt langstreckentauglich.
Wir jedenfalls werden sicher nicht mehr zum Verbrenner zurückkehren.
MfG
Gerhard