Hallo zusammen,
nach 2 Wochen Urlaub melde ich mich mit einem kurzen Erfahrungsbericht zurück.
Unsere Tour führte uns nach Italien. Gefahren sind wir in einer Gruppe mit mehreren Fahrzeugen, wobei der ID.3 das einzige BEV war.
Dementsprechend waren wir gespannt, ob wir die Fahrt nutzen können, um Werbung für Elektromobilität und den ID.3 zu machen, oder ob wir dank der bekannten Themen der Infrastruktur (Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Nutzbarkeit) doch nur die Meinungen der anderen bestätigen.
Wir hatten uns entschieden den ID.3 ins Rennen zu schicken.
Er hat verglichen mit der Alternative einfach die besseren "Quartett-Daten" bei Akkukapazität, Verbrauch und Ladeleistung.
Im Vorfeld habe ich versucht eine sinnvolle Route auszuloten. Dafür habe ich ABRP, die VW-App und das integrierte Navi verwendet.
Den größten Unsinn bot mit dabei die VW App an. "Gewonnen" hat am Ende ABRP (weil ich hier Zusatzparameter eingeben konnte, z. B. Zusatzgewicht, Ladepartner etc.).
Die Ladepartner-Wahl fiel auf EnBW, da über deren Netzwerk auch ein Schnellladepark in Zielnähe vorhanden war. Hier hat der Komfort gegen den relativ hohen Grundpreis gewonnen.
Unter der Annahme mit 100% vollem Akku zu starten und unter Berücksichtigung des Zusatzgewichtes und bei angenommenen 17 kWh auf 100 km sollten 2 Ladestopps bis ans Ziel reichen.
Meine Annahme des Verbrauchs erwies sich als nicht ganz falsch. Nach 860 km stand ein Durchschnittsverbrauch von 17,4 kWh / 100 km im BC. Da ich zwischendurch festgestellt hatte das die
SOC-Werte von ABRP etwas zu pessimistisch waren hatte ich aber auch einmal eine Weile "Vollstrom" gefahren. Soll ja keiner meinen man müsse sich mit dem Elektroauto hinter einem Reisebus einsortieren
.
186 km/h gab der Tacho her.
In der Regel waren aber 120 km/h als Reisegeschwindigkeit festgelegt (sofern zulässig).
Ich empfinde das einfach als angenehme "Dauergeschwindigkeit", gerade wenn es um Distanzfahrten geht. Dauerhaft VMAX fahren wäre mir da zu anstrengend. Ganz davon abgesehen ist das ja zum Glück in anderen Ländern der EU ohnehin nicht erlaubt. Ich habe oft den Eindruck, dass in anderen Ländern insgesamt entspannter gefahren wird. Vielleicht liegts auch daran das dort Fehlverhalten der Fahrer nicht mit einem Taschengeld geahndet wird. Aber darum solls hier ja gar nicht gehen.
Fazit für den Hinweg:
Die 2 Ladestopps haben ausgereicht. Zum Glück waren an beiden geplanten Stopps Säulen ohne Wartezeit verfügbar, die Ladevorgänge waren über die App problemlos zu starten und der ID.3 hat seine versprochene Ladeleistung erreicht (auch ein Grund, warum ich einmal aufs Pedal getreten habe - ich wollte nicht mit zu hohem SOC am Lader ankommen). Verbrauch gut, nicht geschlichen (Stau ist halt Stau, da ist nichts zu holen). "Werbung Teil I" geglückt.
Im Urlaub ging es dann auch mit dem ID.3 mal durch das Umfeld. Landstraße, Autobahn, mal einen Erdpickel hoch und wieder runter.
Während auf dem Weg nach oben gerne mal kurz ein Schick einsetzte, weil die Verbrauchangaben natürlich schnell steigen, war dann auf dem Weg nach unten "kostenloses Laden" angesagt. Am Ende von Tages-Touren standen dann Verbräuche <14 kWh pro 100 km.
Und dabei war das Wetter nicht immer Ideal
und Ganzjahresreifen gelten ja auch nicht als Verbrauchswunder.
Das Kapitel "Werbung Teil II" darf man aber auch da als gelungen ansehen.
Wenig Werbung konnte der ID.3 in Sachen Passagierkomfort machen.
Besonders bemängelt wurde
- der fehlende Luftausströmer für die Passagiere hinten (Zitat) "Für ein Auto bis 20.000 EUR vielleicht noch akzeptabel, in der Preisklasse des ID.3 sollte VW sich schämen. Das ist doch kein Zweisitzer." (Zitatende) und
- das (Zitat) "Hochglanzbilligplastik, dass edel wirken soll und nur anfällig für Fingerabdrücke ist" (Zitatende)
Der Rückweg - ohne Werbung, da getrennte Fahrten - verlief ebenfalls erfreulich reibungslos.
Mit 15,6 kWh war die Fahrt dabei sogar noch etwas besser als der Hinwg.
Kritik hätte ich nur am 150 kW-Lader beim zweiten Stopp. Aber das ist ein Luxusproblem, gebe ich zu.
Sicher war es mit Blick auf die Verfügbarkeit der Ladesäulen auch hilfreich nicht an einem Samstag gefahren zu sein.
Unterm Strich bleibt für uns aber vor allem eines: Es ging, ohne zu große Einschränkungen (mit einem Verbrenner wären die Stopps sicher kürzer ausgefallen, weil sie nur als Bio-Pausen genutzt worden wären) sehr gut.