Wird der Steuerzahler in Deutschland von VW Abgezockt?

  • Das ich Verwandtschaft in den USA habe interessieren mich natürlich auch die Preise und Förderungen in den USA.


    Nach einer Diskussion gestern Abend habe ich einmal versucht das günstigste ID4 Modell (77KW) in den USA und Deutschland vergleichbar zu konfigurieren.


    Dabei kam folgendes raus:

    Bildschirmfoto 2021-06-20 um 08.57.38.png


    In Deutschland kostet der ID4 Pro 48.535 EUR in einer zum ID4 Pro (USA) vergleichbaren Ausstattung. Davon geht dann noch einmal die BAFA Förderung von 6000,- EUR ab.

    Das (fast) identische ebenfalls in Zwickau produzierte Fahrzeug kostet in den USA:

    Bildschirmfoto 2021-06-20 um 08.56.15.png


    Preis in den USA sind immer ohne Steuern. Für Kalifornien muss man nun noch die Sales Tax und die lokalen Steuer hinzurechnen:

    In meinem Beispiel 7,75% Steuer für Riverside Kalifornien. Macht also 43.094$ umgerechnet in EUR = 36.213€. Davon gehen dann derzeit noch 7500$ Steuergutschrift ab.

    Man bekommt in den USA also das gleiche Fahrzeug rund 12.000€ günstiger (vor Förderung) als in Deutschland. Und das obwohl die Kiste um die halbe Welt transportiert werden muss.

    Ja es gibt manche Optionen nicht in den USA und umgekehrt aber im Grundsatz ist die Aussage richtig.


    Für mich heisst das VW macht an den Fahrzeugen in Europa ordentlich Gewinn (ich gehe nicht davon aus das man die Fahrzeuge in den USA mit Verlust verkauft) und hat auch hier Luft nach Ablauf der Förderung die Preise ordentlich zu senken. Den Herstelleranteil zur Umweltprämie sehe ich übrigens nicht als Prämie sondern als Taschenspielertrick (ich schlage die Prämie auf den Listenpreis auf um sie dann wie abziehen zu können).


    Warum bietet VW die Fahrzeuge dann nicht im Heimatmarkt zu den gleichen Konditionen an?

    Wie seht Ihr das Thema oder habe ich wesentliche Dinge vergessen?


    Hinweis:
    Nein es gibt keine Unterschiede in der Technik der Fahrzeuge wie das z.B. bei Tiguan in den USA üblich war (andere Aufhängung, DSG vs. Wandlerautomatik etc.). Laut meine Informationen vom VW USA sind die Fahrzeuge technisch identisch - bis auf die in den USA vorgeschrieben Änderungen (zusätzliche Reflektoren, Matrix LED mit eingeschränkter/ohne Funktion, kein 3D Rückleuchten). Im Pro S gibt es übrigens ein beleuchtetes VW Logo - ist in Deutschland leider nicht erlaubt.


    Hier ein Link zu einem Video der derzeit in den USA erhältlichen Ausstattungen:

    Volkswagen ID.4 Trim Levels Compared - YouTube

  • Schon interessant, das einmal so genau aufgezeigt zu bekommen. Im Grunde weiß man das ja.


    Ich bin mir aber nicht sicher, ob VW in den USA mit den Fahrzeugen zur Zeit Gewinn macht. Um eine Baureihe in einem wichtigen Markt, in dem man auch deutlich expandieren möchte, zu etablieren, kann ein Konzern schon einmal Verluste in Kauf nehmen.


    Wie das tatsächlich aussieht, kann natürlich keiner von uns sagen.

    ID.3 Family mit Wärmepumpe, Winterräder 18" Stahlfelgen, Software 0564. Ab 19.2.2021 Version 0783. Ab 11.3.2021 Version 0792.

    ID Charger Connect.

  • deine Rechnung ist insofern falsch als du nicht den nach-Steuer Preis vergleichen musst, sondern den vor-Steuer Preis, denn von den Steuern hat VW ja nichts. Der Rest ist dann der sogenannte „Markt“

    ——

    ID.3 Tech mit Wärmepumpe, Rechtslenker

    hat nach 6 Monaten eine neue HV Batterie bekommen


    (Und eigentlich heiße ich Max ;))

  • Habe gestern in einem amerikanischen Video auch gehört, dass man beim Kauf eines ID.4 in den USA 3 Jahre kostenfrei an den Ladestationen von "Electrify America" laden kann.

    PV: 5,28 kWp mit SMA Sunny Boy 5000TL (seit 09/2010, ich bekomme Geld für's Laden :D)

    Wallbox: cFos Power Brain 11 kW (seit 04/21). 20 € beim Kauf sparen geht hier mit Rabattcode F64DBC12A0D :thumbup:

    VW ID.4 Max Mangangrau/Silber mit AHK (Firmenwagen, bestellt 16.02.21, 1. Liefertermin 04.05.21, FIN seit 17.09.21, ausgeliefert am 07.10.21:))

  • Preise richten sich auch sehr stark danach aus, was der Hersteller dem Kunden zumuten kann und was der Wettbewerb bei vergleichbaren Fahrzeugen abruft.

    Der Automarkt ist in den USA viel extremer als hier, VW spielt da in den Verkaufszahlen eher eine Nebenrolle.

    Daher muss VW bei den Kunden auch viel mehr über den Preis argumentieren.


    In Deutschland muss VW das nicht, hier werden die Fahrzeuge relativ sicher abgenommen.


    Und noch was: Die Fahrzeuge werden für die USA häufig angepasst; heisst: Unfeinerung. Einfachere Materialien, nur die Basisleuchten und so weiter. Teile, die hier im Interieur aus Metall bestehen werden in den USA teilweise aus Lackierten Kunstoffteilen ausgeliefert.

  • deine Rechnung ist insofern falsch als du nicht den nach-Steuer Preis vergleichen musst, sondern den vor-Steuer Preis, denn von den Steuern hat VW ja nichts. Der Rest ist dann der sogenannte „Markt“

    Das ist grundsätzlich richtig. Mit ca. 39.500€ vor Steuer sind aber immer noch 20% unterschied. Aber ich wollt bewusst wissen was man als Endkunde auf den Tisch legen muss. Ähnliche Spielchen gab/gibt es ja auch in Europa abhängig vom Markt und der lokalen Konkurrenz. Mir zeigt das ganz nur das das Gejammer gegenüber der Politik nicht stimmt. Man kann E-Autos offensichtlich mit Gewinn verkaufen. Die Höhe der erzielbaren Marge hat aber offenbar auch was mit den Förderprogrammen in den einzelnen Märkten zu tun - ein Schelm wer Böses dabei denkt :D

  • Und noch was: Die Fahrzeuge werden für die USA häufig angepasst; heisst: Unfeinerung. Einfachere Materialien, nur die Basisleuchten und so weiter. Teile, die hier im Interieur aus Metall bestehen werden in den USA teilweise aus Lackierten Kunstoffteilen ausgeliefert.

    Ja, wenn die Pakete anders geschnürt würden, hast du Recht.


    Andere Materialien müsste sich ja in den Teilenummern ändern.




    BTW: Du musst den Nettopreis vergleichen - und dann guck mal, was unten beim Angebot alles ausgeschlossen ist und noch on top drauf kommt. Neben den Taxes z.B. auch die "Dealer fee". Ist in dem Angebot die Überführung schon enthalten?

  • Ich habe absichtlich die Preise von Kalifornien genommen da dort die im Rest des Landes üblichen Märchengebühren gesetzlich begrenzt oder verboten sind. Lediglich die Zulassung und die DocFee dürfen in CA berechnet werden. Die DestinationFee ist immer im Kaufpreis (Sticker am Fahrzeug) enthalten. Die DocFee ist auf 85$ per Gesetz begrenzt. Und die Zulassung sind in der Regel die reinen DMV Gebühren + Schilder.


    Ist also mit den zusätzlichen Kosten in DE durchaus vergleichbar.

  • Wird der Steuerzahler in Deutschland von VW Abgezockt?

    Von VW kann ich nur als Käufer, und nicht als Steuerzahler abgezockt werden!

    Dem muss ich widersprechen!

    Wenn VW auf sehr unseriöse Art und Weise Subventionen abgreift oder obskure Steuerspartricks anwendet werde ich als Steuerzahler abgezockt.

    Also kann ich von VW als Steuerzahler abgezockt werden.


    Ob das hier der Fall ist?

    Schwer zu sagen VWs waren in D schon immer teurer als in anderen Ländern. Es gibt eben Reimporte.

    Aber der ID4 kostet in den USA (((fast))) weniger als ein ID3 in Deutschland.

    Und drei Jahre free "supercharging" bei Electrify America ist auch ein Argument.


    Die 3k€ Nachlassanteil Umweltprämie wurden natürlich vorher aufgeschlagen.

    Der Preis in D wurde aber wahrscheinlich der hohen Nachfrage angepasst.

    Da die Nachfrage immer noch höher ist als das Angebot hat VW aus Kaufmännischer / marktwirtschaftlicher Sicht richtig gehandelt.


    Nur nicht aus Sicht der Kunden.


    Typ: ID.3 Pro Performance "tech" 209*10Exp6 kg*m²/s² mit Fahrradträger, 18 Zoll Stahlfelgen (Sommer und Winter), Wärmepumpe, abgeholt 23.12.20

    Farbe: Makena-Türkis Metallic
    Softwarestand: 0783; 30.03.21: 0792; 22.09.21: ID 2.3

    ID. Charger Connect (seit 30.12.20 läuft leise und ohne Probleme über LTE im Netz, seit 19.12.21 auf ID Charger Pro gepimpt)

  • Die 3k€ Nachlassanteil Umweltprämie wurden natürlich vorher aufgeschlagen.

    Am Ende ist es im Sinne des Thread-Titels doch dies, was kritisch wäre.


    Ist aber schwer nachzurechnen, wenn Deutschland der erste Markt ist, in dem die Modelle auf den Mark kamen.


    Anders sieht es bei Dacia glaube ich war es aus. Nextmove hat hier nach meiner Erinnerung nachvollzogen, dass die Preise in Deutschland just 3.000 EUR höher waren, als vorher im "Heimatmarkt" Frankreich (so ungefähr jedenfalls). Aber Dacia wird nicht die MAsse ausmachen ;)

  • Ich hab's mal oberflächlich gecheckt, das mit den Überführungsgebühren kann ich nicht kontrollieren, allerdings musst du auf jeden Fall noch etwas dazu rechnen für Pannenset, Warndreieck, Erste Hilfte Kasten und co (oder für viel Geld dazu konfigurieren), denn das scheint in US nicht Standard zu sein. Aber selbst dann ist da noch ein Gap.



    PS: Ich weiß auch nicht, was die Händler in den USA (und hier in DE) abbekommen. "Drüben" konnte man einige Pakete mit Service dazu konfigurieren... Aber auch dann noch Abstand. Ärgert mich als Kunde aber bald weniger als es mich als Händler ärgern würde, der über das Agenturmodell weniger verdient....

  • Dass Preise nicht überall gleich sind ist klar... Sonst würde das Verkaufen in gewissen Märkten nicht funktionieren, weil es zu teuer wäre.


    Sollte ich mich jetzt auch aufregen, dass Schweizer Schokolade in Deutschland einiges billiger ist als in der Schweiz?

  • Sollte ich mich jetzt auch aufregen, dass Schweizer Schokolade in Deutschland einiges billiger ist als in der Schweiz?

    die gude Lindt Schoooki!

    ID.3 am 31.05.21 bestellt, 25.10.21 frühste Abholung auch wahrgenommen. :)

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