Verhalten der VW-Ladeplanung bei Abweichungen?

  • Hallo,


    bisher waren wir mit unserem ID.7 Pro Tourer (SW 5.6.3) immer nur auf relativ kurzen Strecken unterwegs, deshalb habe ich noch keine Erfahrung mit der Ladeplanung des VW-Navis. Im Juni steht nun aber eine richtige Langstreckenfahrt an, von unserem Wohnort Uppsala in Schweden nach Süddeutschland und zurück. Da solche Langstreckenfahrten auch in Zukunft eher selten sein werden, denke ich, dass sich ein Premium-Abo z.B. bei ABRP nicht lohnt, weshalb ich dem Original-VW-Navi eine Chance geben will.


    Ich habe schon das Forum durchsucht, aber leider keine Hinweise gefunden. Daher wäre ich dankbar für Erfahrungen, wie das VW-Navi in folgenden Situationen reagiert:

    1. Die Ladeplanung hat einen obligatorischen Ladestopp eingeplant. Aus irgendeinem Grund (Stau, Wetter, ...) ist aber unser Verbrauch höher als erwartet und wir würden den geplanten Stopp nicht erreichen. Plant das System dann automatisch um auf einen näheren Ladestopp? Und falls ja, in welcher Form teilt es uns das mit?
    2. Wir machen eine Pause bereits einige zig Kilometer vor einem geplanten, obligatorischen Ladestopp, und laden bereits dort. Streicht bzw. verschiebt das System dann den/die nachfolgenden Ladestopps automatisch, falls möglich?

    MfG

    Gerhard

  • Hallo,
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  • 1) Ja, natürlich. Der Ladestopp wird automatisch umgeplant. Das Navi weißt dich darauf hin (per Ansage).

    2) Bin mir nicht sicher, ob ich diesen Fall schon mal hatte. Ich würde vermuten, dass das auch automatisch angepasst wird. Ich weiß es allerdings nicht sicher. Zur Not musst du die Route abbrechen und neu starten.

    1. Die Ladeplanung hat einen obligatorischen Ladestopp eingeplant. Aus irgendeinem Grund (Stau, Wetter, ...) ist aber unser Verbrauch höher als erwartet und wir würden den geplanten Stopp nicht erreichen. Plant das System dann automatisch um auf einen näheren Ladestopp? Und falls ja, in welcher Form teilt es uns das mit?
    2. Wir machen eine Pause bereits einige zig Kilometer vor einem geplanten, obligatorischen Ladestopp, und laden bereits dort. Streicht bzw. verschiebt das System dann den nachfolgenden Ladestopps automatisch, falls möglich?

    Die Navi wird immer dynamisch neu planen. Die Ladestopps siehst du in der Übersicht. Wie gut die am Ende sind, da streiten sich hier die Geister.

    Ansonsten kannst du ja einfach fahren wie du willst und die Navi orientiert sich neu.

    Dran denken das du die automatische Vorkonditionierung für die Navi aktivierst. Da sollte im Sommer nichts zusätzliches passieren.

    Und du kannst noch definieren mit welchen Reserven du bei einer Ladesäule ankommen möchtest.


    Befreit dich aber nicht vor lustigen Dingen. Der wollte mich mal 200m vor meinem Ziel zu einer 4km entfernten Ladesäule schicken. Obwohl an meinem Ziel eine war, warum auch immer er die nicht nutzen wollte.

  • Das ist aber ein ordentliche Langstrecke als "Erste" Langstrecke ... aber keine Sorge ... ihr werdet sie problemlos meistern!


    1) Das Navi passt sich deinem "Verbrauch/Ladestand" an!


    2) Grundsätzlich ändert auch hier die Ladeplanung die Route und erkennt den Ladestand! (Ausnahmen bestätigen die Regel... wie mein_id4 schon geschrieben hat!

    -> Aber keine Sorge ... nichts, was sich nicht "lösen" lässt!

    Achtet bei der Ladeplanung darauf, dass du mit wenig Restkilometern/Prozent (ca. 10%) an den Schnelllader fährst und nicht zwingend früher, damit du auch die schnellste Ladeleistung des Autos ausnutzen kannst.

    ID.4 Pro "Goal"

    Farbe: Grenadillschwarz Metallic

    Räder: Drammen

    Innenausstattung: Soul-Schwarz - Florence-Braun

    Sonderausstattungen: Interieur +, Design, Assi+, Info+, Komfort+, AHK, Wärmepumpe

  • ad 1. Ja, das System plant um. Wenn ich mich nicht irre, erscheint eine Meldung auf dem Infotainment-Display.


    ad 2. Ja, das System verschiebt nachfolgende Ladestopps automatisch.


    In jedem Fall kannst du mit „Zeige Ladestopps entlang der Route“ weitere Lademöglichkeiten anzeigen lassen und alternativ auswählen.


    Unabhängig von allen (fehlenden) Fähigkeiten des Navis würde ich bei einer langen Reise, die frühzeitig feststeht, selbst in einer passenden App die Route „abfahren“ und Lademöglichkeiten im Abstand von ca. 250 bis 300 km suchen. Dazu gehört dann auch eine benötigte Infrastruktur (saubere Toiletten – gibt es beim benachbarten Burgerladen eher nicht, benötigt Sanifair o.ä. –, Essen, Hundewiese, Spielplatz, etc.). Das Navi plant nämlich ohne Rücksicht auf Anzahl der Ladesäulen.


    Dazu kommt, dass du mit dem ID.7 ja recht schnell laden kannst. Da ist es dann hilfreich, wenn du Säulen suchst, die entweder 400 kW haben, so dass zwei Autos auch 200 kW gleichzeitig bekommen, oder Einzelsäulen wie bei Ionity oder Tesla. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es frustrierend ist, wenn du mit 3% SoC an einer 300 kW-Säule ansteckst, bei der schon einer lädt und der ID.7 dann bei 145 kW oder so gedeckelt wird.


    Weiterer Vorteil der „Trockenübung“: Du lernst die Strecke kennen und siehst dann vielleicht auch Lademöglichkeiten im Umfeld, falls mal der eigentlich gewünschte Ladepark voll ist oder eine massive Störung hat. Ich habe mir für meine Urlaubsfahrt zwei Autohöfe gesucht, die meine Wunschanbieter mit zweistelliger Säulenanzahl haben, aber noch dazu ein paar Säulen von anderen Anbietern für alle Fälle.


    Ah, gerade gesehen: Wenn du dein Auto und die Strecke gut kennst, solltest du die Restreichweite am Ladestopp auf den kleinstmöglichen Wert setzen, ich glaube 10 km. Ansonsten versucht das Auto dich recht penetrant zu Ladestopps zu bringen, wie es mein_id4 erwähnt hat.

    2021–2025: ID.4 1st Max (2.1, 2.3 OTA, 2.4 OTW, 3.0 OTA/OTW, 3.2 OTW, 3.5.x OTA)

  • Hallo!


    Das ist aber ein ordentliche Langstrecke als "Erste" Langstrecke ... aber keine Sorge ... ihr werdet sie problemlos meistern!

    Eigentlich wollten wir ja fliegen. Aber die Ticketpreise sind dermaßen in die Höhe geschossen, da haben wir es uns anders überlegt. Aber nein, Sorgen mache ich mir keine. (Wir sind die Strecke schon häufiger mit dem Wohnmobil und vor ein paar Jahren auch mal mit dem Auto gefahren, aber das waren halt immer "Öltimer".)


    Dran denken das du die automatische Vorkonditionierung für die Navi aktivierst.

    Habe ich immer aktiv.


    Unabhängig von allen (fehlenden) Fähigkeiten des Navis würde ich bei einer langen Reise, die frühzeitig feststeht, selbst in einer passenden App die Route „abfahren“ und Lademöglichkeiten im Abstand von ca. 250 bis 300 km suchen. Dazu gehört dann auch eine benötigte Infrastruktur (saubere Toiletten – gibt es beim benachbarten Burgerladen eher nicht, benötigt Sanifair o.ä. –, Essen, Hundewiese, Spielplatz, etc.). Das Navi plant nämlich ohne Rücksicht auf Anzahl der Ladesäulen.

    Habe ich schon mit der kostenlosen Version von ABRP gemacht. Und ich war ziemlich überrascht, wie viele Lademöglichkeiten es inzwischen auch in Deutschland gibt. Ich denke es mir aber eher so, dass wir flexibel bleiben und nach Möglichkeit halt dann laden, wenn ohnehin die Blase drückt oder der Magen knurrt.


    Ich bin auch mal gespannt auf den Fahrzeit- und Kostenvergleich. Wenn ich der Simulation mit ABRP diesbezüglich vertrauen kann, sollte die Gesamtfahrzeit einschließlich Pausen mit der des Öltimer-PKW etwa vergleichbar sein, die Kosten aber nur etwa halb so hoch. (Und das obwohl unser alter PKW ein sehr sparsamer Toyota Prius war.)


    MfG

    Gerhard

  • Wäre toll, wenn du nach erfolgter Rückkehr mal ein kleines Feedback da lässt, von eurem langen "Roadtrip"! ;)

    ID.4 Pro "Goal"

    Farbe: Grenadillschwarz Metallic

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  • Beides Ja. Es schätzt gut und plant zum richtigen Zeitpunkt, leider plant es nicht immer optimal und man fragt sich schon warum ausgerechnet hier und nicht direkt auf der Strecke. Wenn einem das egal ist und man keinen Anspruch an Umgebung und Ladeanbieter hat (fehlende Filter), dann funktioniert das System gut genug um sein Hirn komplett aus zu lassen.

  • Zur Not musst du die Route abbrechen und neu starten.

    Route abbrechen muss man nicht, man kann auch einfach einen geplanten Zwischenstop löschen und die Routenplanung plant dann wieder einen neuen Ladestop ein.


    I.d.R. läuft das aber automatisch ab.

  • Hallo,


    hier nun das versprochene Feedback:


    Zur Vorbereitung hatte ich ein (kostenloses) We-Charge-Abo abgeschlossen und die Ladekarte bestellt. Eine weitere Ladekarte hatte ich von Vattenfall, unserem heimischen Stromversorger, besorgt. Und ein kostenloses Abo mit OKQ8 abgeschlossen. Das ist eine schwedische Tankstellenkette, die aber inzwischen an fast allen ihren Standorten auch relativ preisgünstige Schnelllader anbietet.


    Nachdem ich bei der Routenplanung festgestellt hatte, dass entlang der deutschen Strecke sehr viele Ladestationen von EnBW betrieben werden, hatte ich bei denen auch noch ein (zunächst kostenloses) Abo abgeschlossen und das dann kurz vor Abreise auf den Ladetarif L umgestellt. Auch von EnBW hatte ich als Backup eine Ladekarte bestellt - in der Funklochrepublik Deutschland weiß man ja nie, ob die App funktioniert - aber die kam nie an. (Erst nach der Rückkehr wurde mir auf Anfrage mitgeteilt, dass EnBW keine Ladekarten ins Ausland verschickt.) Ich hatte mir auch noch die App eines regionalen Anbieters an unserem Reiseziel aufs Handy geladen.


    Für die Routenführung haben wir uns durchgehend auf das VW-Navi verlassen. Dieses kannte sogar die meisten Baustellen entlang der Strecke. Zwecks Ladeplanung haben wir dann in der Nähe der vorgeschlagenen Ladestopps nach Anbietern nach unserem Geschmack gesucht. Das waren in Deutschland natürlich hauptsächlich EnBW-Stationen. Und ich weiß nicht, ob es Zufall war oder ob das System tatsächlich lernfähig ist, aber während der Rückreise hat es uns immer häufiger gleich EnBW-Lader vorgeschlagen.


    Die Bezahlung an den EnBW-Ladern per App hat einwandfrei funktioniert, eine Karte hatten wir ja nicht. Auch Plug&Charge hat bei Ionity und Mer funktioniert. Unsere Stromkosten auf dieser Reise lagen um rund 30% unter den Spritkosten von 2024 mit dem Verbrenner auf der gleichen Strecke.


    Bis auf einmal, als meine Blase weniger Durchhaltevermögen aufwies als die Batterie, ist es uns immer gelungen, die Ladezeiten sinnvoll zu nutzen, z.B. für Essen, Besichtigungen oder Einkäufen. Unsere Gesamt-Fahrzeit einschließlich Pausen war nahezu identisch mit der, die wir vor zwei Jahren mit dem Verbrenner hatten. Und das, obwohl wir diesmal mehr Staus hatten.


    Zum Verbrauch:

    • Unser Toyota Prius hat 2024 auf dem schwedischen Teil im Durchschnitt etwa 5,2 l/100km verbraucht, auf dem deutschen Abschnitt etwa 5,7 l/100km (laut Spritmonitor).
    • Unser VW ID.7 hat 2026 auf dem schwedischen Abschnitt etwa 15,0 kWh/100km verbraucht, in Deutschland 17,7 kWh/100km (laut Tronity).

    Obwohl wir zum Höhepunkt der Hitzewelle in Deutschland unterwegs waren, hat die Klimaanlage (Wärmepumpe) stets einwandfrei funktioniert. Und wir haben es sehr genossen, dass man dieses Auto ferngesteuert per App vorkühlen oder während Pausen gekühlt halten kann.


    Einmal hat das RDKS einen Druckverlust in einem Reifen gemeldet. Da wir in dem Moment gerade an einer Tankstelle waren, bin ich da sofort raus und habe den Druck kontrolliert, aber es war alles in Ordnung. Danach habe ich das RDKS neu kalibriert.


    Mein Fazit:


    So lange ein E-Auto erstens schnellladefähig ist und zweitens die Batterie bei normaler Autobahnfahrt länger durchhält als die Blasen der Insassen, ist es uneingeschränkt langstreckentauglich. ;) Wir jedenfalls werden sicher nicht mehr zum Verbrenner zurückkehren.


    MfG

    Gerhard

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