Nachdem ich zunächst zwei Versuche unternommen hatte – einen mit einem Hobby-Wohnwagen und einen mit dem leeren Eriba Touring – folgt hier nun der Bericht zur finalen, praxistauglichen Variante.
Der Eriba Touring GT von 2003 wurde durch die Firma Hofmann in Neumünster aus einem nahezu schrottreifen Zustand vollständig restauriert und bis zur TÜV-Abnahme instand gesetzt. Die verbleibenden Arbeiten, insbesondere im Bereich Elektrik und Innenausbau, habe ich anschließend selbst übernommen.
Elektrik und Energieversorgung
Die Bordelektrik wurde grundlegend modernisiert. Zentrale Komponente ist nun eine Powerstation Fossibot F2400, die sowohl das 12-V- als auch das 230-V-Bordnetz des Touring versorgt.
Sie kann auf drei Arten geladen werden:
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über Landstrom am Campingplatz,
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über Photovoltaik – durch ein mobiles PV-Panel auf dem Stellplatz,
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über Pin 9 der Anhängersteckdose des ID.3, womit sie auch während der Fahrt Energie aus dem Fahrzeug lädt.
Damit wird eine autarke Versorgung inklusive USB-C-Ladebuchsen für Kleingeräte ermöglicht.
Die Powerstation ist im linken hinteren Stauraum sicher verbaut und über eine außenliegende Klappe zugänglich. Bis auf das Einschalten erfolgt die komplette Bedienung per Bluetooth-App. Dieses Setup hat sich auf der ersten Reise als zuverlässig, flexibel und leise erwiesen.
Und als nettes Gimmick am Rande:
Im Notfall ließe sich der ID.3 sogar über die F2400 rückladen – natürlich nur mit geringer Leistung, aber prinzipiell ausreichend, um die nächsten Kilometer bis zur Ladesäule zu überbrücken. Ein hübscher Beweis dafür, dass sich Elektromobilität und Caravaning auch technisch hervorragend ergänzen.
Fahrradtransport
Eine besondere Herausforderung stellte der Fahrradtransport dar.
Ein herkömmlicher Deichselträger ist erst ab der verlängerten Deichsel (Modelljahr 2011) verfügbar. Da die kurze Deichsel des 2003er Touring jedoch aerodynamisch günstiger ist und damit für die Effizienz des ID.3 entscheidend bleibt, wurde eine eigene Lösung entwickelt:
Durch eine modifizierte Kugelhalterung und Anpassung eines vorhandenen Fahrradträgers für die Anhängerkupplung konnte das Pino Steps-Tandem sicher mitgeführt werden – ohne die Bedienbarkeit von Deichselrad, Handbremse oder Kupplung einzuschränken.
Selbst der kleinste Kurvenradius blieb praktisch unverändert. Diese Lösung hat sich im Praxistest auf der ersten Reise vollständig bewährt.
Zuladung und Stauraum
Das Zweier-Faltboot passt bequem in den Kofferraum des ID.3, könnte aber alternativ auch im Mittelgang des Touring transportiert werden – zumindest während der Fahrt. Damit bleibt das Gesamtkonzept modular und alltagstauglich.
Verbrauch und Fahrverhalten
Trotz des teilweisen Fahrwinds am Tandem lag der Energieverbrauch für die 90 km lange Hin- und Rückfahrt – bei sonnigem Oktoberwetter, Tempo max. 80 km/h auf Land- und Bundesstraßen, ohne Windschatten – bei etwa 23,5 kWh / 100 km. Durchschnittsgeschwindigkeit 60 km/h, nur wie im Bild zu sehen, durch das Besorgen der Schrankenkarte "versaut".
Das entspricht einer Reichweite von rund 300 km mit einer Akkuladung (77 kWh-Akku des ID.3 Pro S).
Vermutlich wäre der Verbrauch auf der Lkw-Spur der Autobahn, bei konstanteren Geschwindigkeiten, sogar leicht niedriger.
Das Fahrverhalten des Gespanns war dank des niedrigen Aufbaus und der stabilen Achslastverteilung ruhig und spurtreu – ein klarer Vorteil der Touring-Bauweise.
Reiseziel und Fazit
Ziel war der Campingplatz Stadtmarina in Brandenburg an der Havel, ein schöner Platz direkt am Wasser. In den Herbstferien ist das Event-Angebot für Erwachsene zwar bereits eingeschränkt, doch die Stadt Brandenburg und das Umland laden zu ausgedehnten Fahrradtouren und Spaziergängen ein.
Fazit:
Ein vollständig ausgerüsteter Eriba Touring GT (2003) am VW ID.3 Pro S bietet eine solide und effiziente Basis für zwei Erwachsene, optional auch mit zwei kleineren Kindern.
Das Gespann ist kompakt, energiesparend und technisch modernisiert – ein gelungenes Beispiel dafür, dass sich klassischer Caravan-Charme und moderne Elektromobilität hervorragend kombinieren lassen.